21. Februar

Köln, Rheinufer

In der letzten Woche ist mir der typisch deutsche Satz „Schuster bleib bei deinen Leisten“ begegnet und ich habe mir darüber Gedanken gemacht, was solche Sätze mit uns machen und gemacht haben. Sie haben solch eine Kraft und haben so vielen Menschen bisher – inklusive unserer Eltern- und Großelterngeneration – die Chance auf „mehr“ kaputt gemacht.

Auch, wenn neue Schüler den Weg zu mir finden, ist es „fast“ immer das gleiche Gedankenmuster, das sie mit sich herumtragen:
„Ich kann das eigentlich überhaupt nicht und ich wollte nur eine Einschätzung, ob ich das mit dem Singen lieber lassen sollte.“

Entgegen aller Erwartung sage ich dann nicht: „Geh‘ lieber wieder und sei lieber nur Mutter, Vater, Opa, Oma oder Angestellte!“
Ich sage: „Sei das, was du sein willst und lass‘ raus, was raus will. Sing einfach! Der Rest kommt von alleine.“
Man sollte diesen Impuls ernst nehmen, wenn jemand sich schon den „Ruck“ gibt. Man sollte die Menschen ernst nehmen, die mehr wollen.

Man muss ja nicht alles sofort können, man kann es lernen. Oder kennt ihr jemanden, der aus dem Mutterleib direkt losgejoggt ist?! Ich nicht!

Laufen lernt man, singen lernt man, sprechen lernt man und kochen lernt man.

Dieser Satz „Schuster bleib bei deinen Leisten“ hat schon genug Unheil angerichtet. So gibt es zu viele Träume von Frauen aller Jahrgänge, die ungeträumt blieben. Zu viele Tränen, die geflossen sind, weil man für sich merkte, dass der Zug vielleicht „abgefahren“ sei.

Wir leben aber jetzt in einer Zeit, in der man es besser machen sollte und die Möglichkeit dazu hat. Wir können heute alles erreichen und das dürfen wir uns nie wieder einschränken lassen. Diese Werte müssen und sollten wir verteidigen.

Lasst uns gemeinsam solche Sätze über Bord werfen, es gibt unzählige positive Beispiele dafür. Frauen, die es ganz nach oben geschafft haben, obwohl sie vielleicht keine hohen Erfolgsaussichten hatten. Männer, die ihre Mauern durchbrochen haben und dem steinzeitlichen Gedankengut, das sie limitierte, „Auf Wiedersehen“ gesagt haben. Warum nicht anfangen zu singen mit 64? Warum nicht etwas ausprobieren?

Wir sind die neue Welle!

Wir wollen nicht auf das warten, was wir wollen – wir gehen raus in die Welt und können es uns holen!

Das war es auch, was mir die Sängerin und Schauspielerin Isabel Varell diese Woche ÜBER DEN DÄCHERN DER STADT gesagt hat: Raus gehen! Bewegen! Nicht warten! Den Mut haben, es anzupacken! Neues aufsaugen!

Klickt euch mal rein! Es loht sich! Ab Freitag dann online bei YouTube!

Und sie hat recht.

Es ist zwar nur ein Film, okay und dann auch noch von Disney, aber es ist die Wahrheit! Sonst wäre die folgende Message des Films nicht genau das, was uns so berührt und uns so „warm um’s Herz“ fühlen ließe!

Solche Momente, in denen es eine Ratte namens Remy als Koch aus der Kanalisation bis ganz nach oben an die Gourmet – Spitze in Paris schaffen will und von DEM Meisterkoch schlechthin zur Motivation gesagt bekommt:

„Man sollte sich von niemandem wegen seiner Herkunft Grenzen aufzeigen lassen! Die Grenzen bestimmt man selbst! Wir selbst beeinflussen unsere Zukunft durch unsere Entscheidungen!“

(Ratatouille, Disney 2007)

Boom! Touché! Traf bei mir mitten rein!
Ja, Disney, aber warum überdauern diese Filme schon so viele Jahrzehnte?
Weil sie uns anstecken.
Nachrichten oder Reportagen lösen solche Gefühle selten aus. Das, was gerade überall in der Welt passiert, sowieso nicht.
Wir erfahren von den Erfolgen eh viel zu wenig.

Hier zu Lande war es und ist es immer populärer gewesen, vom Negativen zu berichten. Seine „Helden“ schnell wieder zu entheroisieren, ihre Leistungen zu mildern, statt ihre Erfolge zu feiern.

Trotzdem steht „Remy“ für genau das, was uns täglich begegnet:

Einerseits die Beschränkung und Limitierung durch andere und die Worte, die aus unserer Jugend- und Schulzeit bei uns allen nachhallen: Du kannst nichts! Du bist nichts! Du wirst es zu nicht bringen!

Andererseits steht er für den realen Erfolg – es gibt ihn und zwar an jeder Ecke.
Menschen, die Ihre Träume verfolgt haben. Große Denker. Kleine Ideen, die zum Bestseller wurden. Menschen, die tagtäglich dafür arbeiten, Ihrem Traum näher zu kommen. Menschen, die das Leben genießen wollen und die Schönheit in Musik, in gutem Essen, in guten Gesprächen, im Reisen oder in der Liebe sehen UND damit erfolgreich sind. Menschen, die einen inspirieren und einen dabei unterstützen, ganz nach oben zu kommen.

Warum sollten DU oder ICH nicht der nächste sein?!

Von solchen Geschichten sollten wir mehr lesen, mehr mit solchen Menschen reden und uns mit solchen Gedanken im Kopf neu programmieren!

Wieviel „Remy“ steckt in dir? Wo kommst Du her und wo willst DU hin?

Ich freue mich, davon zu erfahren!

Eine aufregende Woche für euch und bis Freitag bei ÜBER DEN DÄCHERN DER STADT,
Euer Gerrit

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