29. März

Köln, Rheinufer

Nach ein paar Tagen Sonne auf Mallorca bin ich nun wieder im ebenso sonnigen Köln zurück und freue mich, dass es endlich wieder losgeht: Der Sommer naht, Sonne, alle sind auf den Straßen, blühende Bäume und deutlich bessere Laune der Menschen! Alle haben mehr oder minder geduldig abgewartet, dass der lange Winter (ich habe eindeutig den falschen Nachnamen!!!) endlich vorbei ist!

Wir alle hatten das Vetrauen, dass es wieder besser, grüner, heller, wärmer werden wird und alles wieder so wird, wie wir es uns wünschen. Mir fällt in letzter Zeit immer mehr auf, dass den meisten ein gewisses Grundvertrauen fehlt. Fast jedem. Wir alle tappen immer mal wieder in die Falle und uns fehlt der Glaube daran, dass „alles gut“ wird. Bei den stürmischen Zeiten in der Welt ja auch keinem zu verdenken. Man möchte am liebsten alles kontrollieren. Wer verlässt sich schon gern auf andere?
Wer kann schon gut die Zügel aus der Hand geben? Wer kontrolliert lieber nochmal? Wer kann wegen des Gedankenkinos am Abend deswegen schlecht einschlafen? Man kann sich theoretisch wegen allem Sorgen machen.

Ich kenne viele Menschen um mich rum, die genau so sind, so denken und sich so verhalten. Viele meiner Schüler können sich nicht vertrauen und genau darin sehe ich dann, neben dem eigentlichen Singen, meine Aufgabe: Das Bauchgefühl für „das Richtige“ wieder stärken. Das Selbstvertrauen aufbauen und durch Routine und Konditionierung neues und gleichzeitig altes Vetrauen aufbauen. Denn es war ja mal da! Und es funktioniert! Je öfter ich beispielsweise beim Singen eine Sache erfolgreich umsetze, desto öfter wird mein Kopf danach auch über diese Möglichkeit nachdenken und sich nach und nach wieder an unsere natürliche Intuition erinnern. Wir alle haben es in uns. Das geht natürlich auch mit anderen Aktivitäten, die das Gefühl für sich selbst stärken.

Wir wissen eigentlich, was wann zu tun ist. Unser Körper weiß, wer oder was gut für uns ist. Leider hören wir ihm nur oft nicht mehr zu. Meistens versteckt sich diese Intuition nur hinter Ängsten, Sorgen und ganz merkwürdigen Glaubenssätzen aus unserer Vergangenheit, von denen wir wissen, dass sie „falsch“ sind, sie aber trotz allem immer wieder durchkommen.
Manche können sich mittlerweile ganz gut auf das Leben verlassen, so wie ich. Bei für mich ganz wichtigen Dingen hardere ich aber auch mit mir und denke auch mal: „Besser kümmere ich mich nochmal darum und hake nochmal nach!“
Das ist aber zwischendurch auch okay, denn wir sind alle keine Maschinen und dürfen bei extrem wichtigen Dingen auch nochmal nachchecken. Wichtig ist nur, dass dieses fehlende Grundvertrauen einem nicht ständig das eigentlich so wunderschöne Leben „zerbombt“.
Wir denken schließlich auch nicht ständig darüber nach, ob andere Verkehrsteilnehmer sich heute an alle Regeln halten, wirklich Milch in der Flasche ist, die wir kaufen oder, ob wir genug Sauerstoff zum Atmen haben.

NEIN, wir ATMEN einfach. Oder denkst DU, bevor du atmest?

Nein, denn wir tun es einfach! Ganz selbstverständlich und völlig normal.
Und ganauso können wir uns auf das Leben verlassen. Einfach leben und sich darauf verlassen, dass das RICHTIGE im RICHTIGEN Moment zu der RICHTIGEN Person – also zu DIR – kommt!

Genau darüber rede ich auch im aktuellen COACH ME – hier könnt ihr euch reinklicken!

Es ist Arbeit, sich dieses Vertrauen ins Leben zurückzuholen! Es war ja mal da! So wie der Impuls, zu atmen. Oder könnt ihr euch daran erinnern, euch als Kind sehr viele Sorgen und schlaflose Nächte gemacht zu haben?

Manche können es mit mir in Coachings, durch das Singen und ihren Körper lernen, andere mit Therapeuten, manche müssen erst Grenzerfahrungen machen. Ich hatte eine solche.

Als ich Ende 2011 merkte, dass ich mir und meinem Bauch nicht mehr vertrauen kann, bin ich für fünf Wochen auf den Jakobsweg gegangen. Eine schöne und vor allem schwere Zeit. Eine Grenzerfahrung, die viel veränderte. Die wichtigste und wohl schmerzhafteste Lektion war es zu verstehen, dass nicht DAS passiert, was ICH für RICHTIG erachte, sondern das passiert, was wirklich das RICHTIGE FÜR MICH ist. Zwischen diesen beiden Vorstellungen oder Wünschen lagen Welten, wie ich später gemerkt habe.
Aber es hat mich und meine Art, zu denken, verändert. Bis heute begleitet mich diese Erkenntnis.

Wenn etwas nicht klappt, darf man kurz traurig sein und auch kurz seine „Wunden lecken“, aber man sollte sich vorher schon sagen, dass es schon klappen wird, wenn es das Richtige für einen ist! Und dann: VERTRAUEN – abwarten – und Tee trinken.“

EINATMEN und AUSATMEN, das passiert einfach so, genauso wie alles andere.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir nichts mehr tun sollen, wir müssen aktiv unser Leben gestalten und es anpacken, aber dann, wenn die Arbeit erledigt ist, müssen wir vertrauen und uns an das LOSLASSEN erinnern oder es wieder erlernen. Das geht. Es erfordert Mut und eine gewisse Entschlossenheit!

Möchtest Du auch mit einem Grinsen einschlafen, nachts durchschlafen und tagsüber voller Vertrauen durch deinen Tag marschieren? Dann los!!!

Eine neue Woche, eine neue Chance!
Euer Gerrit

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