… in der Wartehalle des Bezirksrathauses der Kölner Innenstadt…seit zwei Stunden!

Morgen geht es wieder in Richtung Sonne, denn auch mir machen die mehr als sechs Monate ohne mehr als einen Tag Sonne schon etwas aus.
Gott sei Dank habe ich einen Weg für mich gefunden, das, was mich „stört“ zu ändern und halte es nicht einfach aus, so wie es uns in der Gesellschaft immer proklamiert wird. Fast alle Generationen können davon ein Lied singen. Mit Sätzen wie „Stell‘ dich nicht so an!“ oder „Anderen geht es noch schlechter!“ wurden viele einfach mundtot gemacht und Wünsche und Träume ins Lächerliche gezogen. Vom „Aushalten“ und „Aussitzen“ halte ich persönlich aber gar nichts. Dafür ist das Leben zu kurz und jeder Tag, jede Woche, jeder Monat, jedes Jahr zu wertvoll, um sich aus Angst oder Bequemlichkeit nicht zu verändern.

Jeden Tag geraten wir an Leute, an Lebenskonstellationen, die wie „versteinert“ wirken, deren Lebensumstände so wie in Granit gemeißelt wirken, so dass es einem, von außen betrachtet, sehr befremdlich vorkommt.
Man selbst wundert sich, wie sehr jemand sich dem Leid, dem Verharren im Schmerz oder den vermeintlich ausweglosen Situationen verschrieben haben muss und die Kraft hernimmt, das auszuhalten.
Die betreffenden Personen sind sich meistens ihrer Situation gar nicht bewusst und da der Mensch ein „Gewohnheitstier“ ist, kann er sich unglücklicherweise sogar an tägliches Leid und den Dauerzustand des Unglücklichseins gewöhnen. So scheint es zumindest. Die Spuren dieser inneren Qual sieht man entweder oft von außen oder man merkt, wie Menschen sich rausreden, ihre Situation schönreden oder gar nicht darüber reden.
Welche Art des Redens auch immer – der Körper rächt sich leider.
Deshalb ist es so wichtig, irgendwann TROTZ ALLEM den Absprung zu bekommen und alte Strukturen aufzubrechen. Egal, wie alt man ist und egal, welches Muster es auch sein mag. Man muss sich öffnen und dem Neuen Raum geben, selbst wenn noch nicht immer klar ist, welche Richtung einzuschlagen ist!

In einem großartigen Film, den ich mir schon oft und gerade vergangenen Sonntag wieder angesehen habe, fiel passend dazu ein Satz, der mich wieder durch die Woche begleitet und auch euch hoffentlich eine Inspiration sein wird.

Der Film heißt „Madame Mallory und der Duft von Curry“ und es geht in dieser fabelhaften Story rund um die noch fabelhaftere Helen Mirren unterschwellig um das Thema „Chancen“ und „eingefahrene Strukturen“. Das Kochen steht vordergründig im Zentrum der Geschichte und in einer tollen Szene mit den Hauptdarstellern – einer französischen Nobelrestaurantbesitzerin und einem indischen Nachwuchskoch – fällt folgender Satz:

Sie probiert einen abgewandelten französischen Klassiker:

„Mmhm, lecker, aber warum ein Rezept verändern, was 200 Jahre alt und altbewährt ist?“

Er:
„Vielleicht Madame, weil 200 Jahre irgendwann genug sind!“

Ich: WOW!!! So eine kurze, aber wahre Antwort! Ich habe diesen Satz gefeiert!

Warum nicht ENDLICH neue Wege gehen?
Warum nicht ENDLICH mal Neues ausprobieren?
Warum nicht einfach ENDLICH mal raus aus einer alten, unbefriedigenden Situation?

Ich meine damit nicht, dass man alles sofort aufgeben sollte, nicht für eine Sache kämpfen oder ihr eine zweite Chance geben sollte. Ich bin der größte Fan von Verbindlichkeit und Treue, aber das ist damit nicht gemeint.

Meiner Meinung nach ist es wichtig, einfach mal auszubrechen. Ich ermutige Leute jeden Tag in meinen Coachings dazu.
Das kann im Kleinen oder im übertragenen Sinne geschehen, Hauptsache es geschieht überhaupt. Zieh‘ dir doch einfach mal dieses oder jenes an! Probier‘ das neue Brot doch einfach mal!
Sing doch einfach mal! Melde dich zu einem Tanzkurs an! Schreibe doch einfach mal einen Song!
Wandere aus! Zieh in eine neue Stadt!
Wenn nicht jetzt, wann dann?!

Hier geht’s zum Film:

https://www.amazon.de/Madame-Mallory-Duft-von-Curry/dp/B00N4TVHQU

Ein klassisches Rezept, wie beispielsweise im oben genannten Film, kann durch eine kleine Veränderung oder Abwandlung zu großen Wellen führen. Im Verlauf des Films avanciert der indische Nachwuchskoch nämlich zum sterneprämierten Shootingstar in Paris und die anfangs so skeptisch und aus Angst fremdenfeindlich agierende Restaurantbesitzerin bekommt nach 30 Jahren endlich ihren zweiten Michelin-Stern. Durch ihn!
Ohne Risiko kein Erfolg! Ohne Veränderung kein neues Rezept! Die wichtigste Zutat für jedes Rezept heißt „Mut“!
Das bedeutet ja nicht, dass man den Klassiker nie wieder „klassisch“ zubereiten darf, die Möglichkeit ihn sogar zu verbessern, sollte man sich aber durchaus einmal einräumen.
Deshalb: Raus mit der Angst! Sie hat bei Entscheidungen im Leben und am Herd nichts zu suchen.
Manchmal muss man einfach mal loslaufen, ohne zu wissen, wo es hingeht!

Lassen wir Rezepte Rezepte sein, nehmen sie als Guideline und dann probieren wir mal unsere ganz eigene Version von etwas aus! Was haltet ihr davon? Wer ist dabei?

Das weltbeste Rezept ist das, was mit Mut gekocht wurde!
Ich freue mich, von euren Kreationen zu erfahren…
Bis nächste Woche,
Euer Gerrit

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