Köln, Rheinufer

Ich habe auf der Reise bemerkt, dass ich alles, was ich im Leben Gutes gemacht habe, zurückbekommen habe!
Es hat mich verändert! Selbst als ich ausgeraubt wurde, habe ich gemerkt: Man braucht so wenig!
Heidi Hetzer

Das habe ich diese Woche von einer Frau gehört, der mein größter Respekt gehört und die mich, und mit großer Sicherheit auch viele andere, mit ihren 79 Jahren total inspiriert und motiviert hat. Heidi Hetzer ist allein mit ihrem Oldtimer für mehrere Monate durch die ganze Welt gefahren und hat all das in ihrem Leben aufgeholt, was ihr bisher verwehrt blieb. Sie wollte das pure Abenteuer und wollte die „andere“ Welt jenseits von Berlin sehen. Das wahre Leben in uns fremden Ländern, sie wollte sich bestimmt auch beweisen, dass sie es schaffen kann, wieder gesund und munter in Berlin anzukommen, ohne die uns so vertrauten Sätze wie „Dafür bist du viel zu alt!“ oder „Schaffst du das denn noch?“ zu hören.
Sie hat es geschafft und war jung genug, uns allen zu zeigen, dass das Leben uns führt und dass es trotz aller Gefahren möglich ist, sich durchzuschlagen und sein eigenes „Glas“ neu zu befüllen.
Mit guten Gedanken! Raus mit den alten Gedanken, rein mit neuen Erlebnissen, rein mit Glück, Freude, Mut, Abenteuerlust, rein mit Adrenalin und Aufregung!
Ohne das Überwinden von Furcht wird auch diese Globetrotterin nicht durchgekommen sein, denn auf solch einer Reise gibt es mehr als genug Gründe, das Fürchten kennenzulernen oder den Gedanken an Aufgeben zu hegen – ABER sie hat es eben nicht getan!
Sie hatte ein Ziel. Ihr „Glas“ wollte sie neu befüllen.
Wir alle kennen diese Phasen, in denen wir uns „leer“ fühlen und… „undefiniert“ …so nenn‘ ich es mal!
Freunde brechen vielleicht weg, beruflich bedarf es vielleicht einer Veränderung, die Probleme in der Beziehung sind vielleicht dieses Mal nicht überwindbar und man findet seinen Platz nicht.
Das eigene Leben fühlt sich leer an!
Davon haben mir diese Woche schon so viele meiner Schüler und Freunde erzählt und allen habe ich den einen Rat gegeben, der auch mir vor vielen Jahren so geholfen hat:
Wenn dein Glas leer ist, fühlt sich das zwar erstmal komisch an, weil wir nur gewohnt sind, es bis zum Überlaufen voll zu kippen, aber wir können auch anfangen, zu genießen uns für kurze Zeit mal „leer“ zu fühlen, weil wir dann frei sind, unabhängig von allen alten Strukturen. Wir können JETZT selbst entscheiden, wie wir uns wieder befüllen.
Lassen wir wieder Dinge, Menschen und Situationen an uns heran, die uns zum Überlaufen gebracht haben oder suchen wir jetzt sorgfältig aus und sehen mal etwas genauer hin, was uns da eingegossen wird, bzw. wir uns selbst eingießen!

Wenn wir darüber nachdenken, wissen wir, was die richtige Lösung ist, denn Neues und Inspirierendes, Verrücktes und Gutes übt auf jeden von uns Faszination aus.
Also: HER DAMIT!

Lasst uns raus in die Welt! Genau so wie Heidi Hetzer es getan hat, jeder in seinem Leben, ob mit Oldtimer oder nicht!
Verlassen wir mal den sicheren Hafen, vergessen wir mal Strukturen und Begrenzungen und befüllen wir unser Glas mit Neuem!
Leer ist zwar leer, aber immerhin haben wir ein Gefäß dabei, um Schönes aufzufangen!
Der beste und teuerste Wein passt und schmeckt vor allem nur in oder aus einem leeren Glas, stimmt’s?
Jeder von uns hat schon mal ein neues Getränk in ein altes Glas gekippt und was war das Ergebnis? Ein undefinierter Mischmasch und geschmeckt hat es auch nicht… Ein „leeres Glas“ hat nur einen schlechten Ruf, weil die meisten nicht wissen, was es für Chancen birgt!
„Leer“ ist nicht gleich „leer“!

Eine grandiose Woche für euch und ordentlich Mut für eure Vorhaben!
Hoch die leeren Gläser!

Euer Gerrit

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