7. Februar 2018

Köln, Innenstadt

Schnee, Kälte, Dunkelheit – und das im ganzen Land! Aber sogar auf Mallorca habe ich es gesehen, also kaum eine Möglichkeit, dem zu entfliehen zur Zeit!
Karneval im Schnee… Kaum etwas, das wir nicht beeinflussen können, aber beim Wetter klappt es – Gott sei Dank – noch nicht. Sonst hätten Menschen auch hier den Finger am Knopf… Aber trotzdem „quälen“ wir uns alle durch die dunklen Tage und sehnen uns so sehr nach dem Frühjahr, oder?! Auch gesundheitlich gibt es an jeder Ecke Baustellen. Ist gerade etwas gegangen, kommt schon wieder etwas Neues. Bei mir, meiner Familie, meinen Freunden und bei meinen Schülern. Das Viren-Karussell dreht sich zu schönster Nies-Musik!

Aber eben genau diese Zeit birgt dadurch auch große Chancen, denn wer denkt schon mitten im schönsten Frühling oder im Hochsommer über die innerlichen Baustellen nach? Richtig, erstmal keiner! Wenn das Leben dich nämlich in Form von Sonne, dem Duft von Gras, blauem Himmel, Vogelgezwitscher und den ersten Blumen zeigt, dann verdrängt man BERECHTIGTERWEISE die Psychohygiene erstmal und will LEBEN – AUFLEBEN – ERLEBEN – SICH WIEDERBELEBEN!
Das ist auch RICHTIG!
Da wir momentan, wie gesagt, eh nichts ändern können am Wetter und den Umständen, können und sollten wir diese Zeit nutzen, um zu reflektieren, zu sortieren und organisieren.
Was will uns unsere Krankheit sagen?
Welche Bedürfnisse stecken hinter den Symptomen?
Jetzt, wo man eh schlapp und müde ist und nicht zu einer Grillparty gehen kann, sollte man die Zeit zu Hause nutzen, um nachzudenken. Läuft das Jahr – einen Monat nach dem Silvesterreset – so, wie ich es will?
Muss ich korrigieren, weil ich schon wieder in die falsche Richtung laufe? Bin ich fremdbestimmt? Tue ich, was mein Bauch mir sagt?! Wir sollten alle wieder mehr daran und nachdenken…

Ich für meinen Teil merke von außen betrachtet immer wieder bei Leuten, mit denen ich arbeite oder denen ich im Alltag begegne, aber auch bei mir, dass es bei den kleinsten Dingen schon anfängt. Man ist zu bequem, man läuft einfach weiter, man denkt nicht, man macht es so wie immer, man spult ab. Gott sei Dank merke ich es dann und ändere manchmal schnell, manchmal weniger schnell.

Ein Beispiel von mir:
Da ich momentan einen guten Run mit Sport und Ernährung habe, mache ich mir morgens ein bombastisches Fitnessfrühstück: Eier, gutes Brot, einen Gemüse-Smoothie, O-Saft, Salbeitee und Porridge oder Müsli.
Jeden Morgen nervt es mich aber, dass ich mein Käsebrot gegen so eine trockene und unangenehm zu kauende “Pampe” eintausche. Es stört mich darauf hundert Jahre rumzukauen, aber ich mag den Geschmack von Haferflocken und aber vor allem ihren Effekt auf meinen Körper, bzw. meinen Muskelaufbau. Ich dachte dann, es sei eine grandiose Idee, sich auf den Weg in den DM zu machen, um nach einer Alternative zu suchen. Vor dem Regal angekommen lese ich mich also schlau bei den Produkten rund um das Thema und werde beim Frühstücksbrei (Nein, ich bin kein Baby, aber kaufaul!) fündig.
“Perfekt” denke ich. Preis naja, ich schaue dann auf die Zutaten: Gemahlene Haferflocken, gemahlene Trockenfrüchte, gemahlene Nüsse. Punkt.

Ich habe dann den “Aha-Moment” gehabt, habe es ins Regal gestellt und mich entschieden, diesen Blog genau über dieses Thema zu schreiben. Ein bisschen sauer und grummelig war ich auch… Warum? Weil ich dachte, dass es doch wohl wirklich nicht wahr sein könne, dass ich darauf nicht selber komme.

Eine Packung normalstes Müsli in einen Mixer schmeißen, es in zehn Sekunden zu Puder zu schleudern und wie bisher mit Milch aufzukochen, darauf komme ich nicht selber?! ERNSTHAFT?!?!

Am nächsten Morgen war es dann perfekt, die Wut verflogen und die Dankbarkeit über den perfekten Brei mit frischen Heidelbeeren überwog. Und viel wichtiger: Ich hatte meinen Denkanstoß!

Wir gehen sofort kopflos zu Google, lesen Ratgeber, nehmen unser Smartphone oder gehen zum nächsten Drogeriemarkt, nur um schnell auf eine Lösung zu kommen. Die Zeiten sind so, weil einem ja auch fast alles mundgerecht und alltagstauglich serviert wird. Die kostengünstigste, einfachste und beste Lösung ist oft nur NACHDENKEN. Endlich mal wieder den Kopf benutzen!

Es stört mich zu kauen, also schredder ich es. Logisch?!

Ich verdiene nicht genug, fühle mich nicht wohl, möchte etwas Anderes – also gehen! Logisch!!!

Dies oder jenes übt Druck auf mich aus, also muss ich es ändern. LOGISCH!

Der Mensch tut mir nicht gut, also trenne ich mich von ihm oder distanziere mich zumindest erstmal. LoGIsCh?!?

Alles ist vom “Brei” übertragbar.

Ich könnte dafür nun so viele B(r)eispiele anführen, jeden Tag begegnen sie uns.
Wir sind kopflos, ferngesteuert, haben uns in eine Idee verrant – dann müssen wir atmen – nachdenken – ändern!
Nicht sofort nach einer Lösung grabschen, 21 – 22 – 23… und dann…
Unsere Zeit ist schnelllebig, straff organisiert und unser Alltag fußt auf klaren Regeln und schnellen Entscheidungen, aber die für uns wichtigen sollten wir nicht so wegarbeiten und an uns vorbeiziehen lassen, wir haben einen Kopf und er freut sich, auch Jahre nach Schule, Ausbildung und Studium benutzt zu werden. Prioritäten setzen, es sich wert sein und dankbar dafür sein, selbst entscheiden zu können. In Zeiten
von Nordkorea nicht selbstverständlich.

Manchmal und garantiert immer öfter, kann man sich den Gang zum Drogeriemarkt oder sonst wohin nämlich sparen… Mein Mixer steht übrigens direkt neben dem Müsliglas!

Eine denkanstoßreiche Woche für euch,
Euer Gerrit

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