17. März 2018

Köln, Innenstadt

12 Tage habe ich mich jetzt mit einer Grippe der besonderen Art herumgeschlagen und bin jetzt endlich wieder so weit, dass ich mit meinem “daily business” weitermachen kann. Ich glaube ungefähr zwei Drittel der Republik teilte die Symptome mit mir und fühlte sich wie abgestellt. Für mich ein fast neues Gefühl, denn ich war seit Jahren nicht mehr krank, geschweige denn beim Arzt…
Man wird ungeduldig und sieht alles an sich vorbeiziehen, einem fallen die “doofen” Sachen, die noch nicht perfekt laufenden, die “grauen” Flecken im Leben noch mehr auf als vorher, das Wetter (also mal ehrlich: Das ist doch kaputt?!) zieht einen dermaßen runter und stellt vieles noch mehr in Frage.
Vielleicht ging es euch auch so? Das wiederum ist einer schnellen Genesung nicht unbedingt zuträglich… Man kann und sollte sich in dieser Zeit auf den Prüfstand stellen: Wie stark ist mein Kopf? Wieviel habe ich schon gelernt? Wie sorge ich für mich? Was brauche ich? Und an was muss ich noch arbeiten, damit die Negativspirale mich nicht auffrisst? Anstrengend, wenn man nur liegen will, aber wichtig!

Außerdem und das ist und war das Gute an zwölf Tagen auf der Couch:
Es zeigt einem erstens, wieviele gute und liebe Menschen du in deinem Leben hast. Anrufe, Nachrichten, Menschen, die “da” sind. Das kann einen beruhigen und sollte einen zuversichtlich in die Zukunft schauen lassen.

Zweitens gibt es einem die Möglichkeit, darüber nachzudenken, was genau vielleicht noch nicht optimal ist, was genau die grauen Flecken im Leben zu grauen Flecken macht. Es heißt ja nicht, dass die Erkenntnis dann sofort im nächsten Teller Hühnersuppe serviert wird, aber man kommt der Erleuchtung durch nachdenken mal wieder ein Stück näher. Denn sind wir doch mal ehrlich: Im Alltag bleibt dafür wenig Zeit. Alles muss laufen und die grauen Flecken müssen erstmal grau bleiben, ähnlich wie die eine Kiste, die seit Wochen da steht und eigentlich sortiert werden oder in den Keller muss. Stimmt’s?

Meine allerwichtigste Erkenntnis war aber noch eine weitere…
Man liegt zwölf Tage herum und natürlich geht es einem schlecht und man kann kaum etwas, aber diese Tage sind natürlich auch einfach weg… vergangen… kommen nicht zurück… keine Erinnerung… Der Zeiger einfach zwölf Mal rum! Deshalb sollte man versuchen, sie so gut es geht zu “erleben” und zu “leben”. Krankheiten bieten immer Platz für die eine Erkenntnis: Wir haben nicht unendlich viel Zeit! Zeit ist das einzig wichtige im Leben. Zeit ist das, was bleibt, wenn man alles “Unwichtige” im Leben subtrahiert.
Das heißt natürlich nicht, dass man kein schönes Auto fahren darf, Shoppen deshalb unnütz ist und jegliche Karrierepläne Schwachsinn sind, nein!

Vielmehr gibt die Zeit allem den wahren Sinn dahinter. Genieße jede Fahrt in deinem Auto, genieße es, kaufen zu können und speichere diesen Shoppingtripp ab – im Herzen, emotionalisiere es. Man sollte sich wenigstens daran erinnern. Was habe ich mit wem gekauft und behalte es im Herzen. Frustkäufe wird man sich kaum merken. Jegliche Erfolge und finanzielle Errungenschaften sollten in einer guten Balance sein und einem ermöglichen, “Qualitytime” auf unserer Erde zu erleben. Wenn es bedeutet, zehn Jahre nicht zu leben und auf alles zu verzichten, damit man später in Dekadenz umkommt, dann sollte man nochmal alles auf die Waage legen. Denn stell dir vor, du hast 9 1/2 Jahre Abstinenz geschafft und wirst krank- quasi “kurz vor dem Klo in die Hose” – was bringt dir dann dein Konto, dein großer Plan?!

Der diese Woche verstorbene Astrophysiker Stephen Hawkings hat seine Erkenntnis, die Zeit als wichtigstes Gut der Menschen zu sehen, nicht nur mit seinem Bestseller “Eine kurze Geschichte der Zeit” populärwissenschaftlich der Welt nahegebracht, er selbst war der lebende Beweis für die Wichtigkeit des Verständnisses von Zeit!
Statt 23 prognostizierter Jahre lebte er mit der schweren Krankheit ALS 76 Jahre und zeigte der Zeit und der Welt mal, wie das mit dem Leben läuft. Allen Schicksalsschlägen zum Trotz wurde er der, auf den die Welt hört. Einer, der die wahre Bedeutung des Lebens kennt.
Ausgerechnet demjenigen, dem schon mit 21 seine kostbare Zeit begrenzt wurde, hörten wir zu, was er zum Thema “Zeit” zu sagen hatte.
Verblüffend… Oder?!
Ein toller Mann, der mich schlussendlich zu diesem Blog inspiriert hat.
Jedes Körnchen der Sanduhr fällt genau ein Mal…
Ich bin jetzt wieder fit, sollte das Leben leben, das ich leben möchte, keinen Tag verschwenden, der Welt etwas zurückgeben. Auch, wenn ich mal Pause oder meine Couch brauche, dann tue ich es bewusst und in absolutem Wissen, dass kein Tag zurückkommt und nichts einfach so vergehen sollte, auch nicht das Leid. Es kann helfen, glücklicher zu sein!

 

Eine gute “Zeit” für euch und auf ein erlebnisreiches Wochenende, das “bleibt”!
Euer Gerrit

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