1. Mai 2018

Irgendwo über dem Mittelmeer

Seit Wochen begleitet mich ein schon lang bekannter Ohrwurm und er will und will nicht gehen, wahrscheinlich, weil ich so auf die Message des Songs abfahre und sie gefühlt ständig um mich herum ist – er heißt „Defying gravity“ und ist aus dem Musical „Wicked“.

Hier ist er in einer großartigen Live-Version:

Ich kenne den Song und auch seine deutsche Übersetzung „Frei und schwerelos” schon so lang, aber nie war es mir näher als momentan.

Um mich herum passiert so viel, was genau diesem Gefühl der “besiegten Schwerkraft” nahe kommt. So viele Menschen, die ich begleite oder die mich begleiten, erleben oder leben gerade dieses Gefühl und fast egal, wo ich hinschaue, habe ich das Gefühl, Grenzen werden überwunden.

Limitationen werden durchbrochen, Knoten platzen, Schalen springen auf, Kokons öffnen sich, Flügel breiten sich aus, Leben beginnen.

Natürlich kann der so plötzlich begonnene Frühsommer auch seinen Beitrag dazu leisten, dieses Gefühl zu untermalen, weil alles sprießt, auflebt, usw., aber irgendwas passiert da draußen oder in vielen Köpfen trotzdem.

Als Coach, Sänger und Moderator merke ich, das im besonderen Maße an den Stimmen der anderen, aber auch an meiner eigenen. Da bin ich einfach “Zuhause” und man hört es förmlich, wenn bei der Stimme Schalen platzen und alles frei wird, seinen Platz findet, Kraft seinen Weg nach draußen sucht.

Was folgt ist momentan eine Lawine an Begleiterscheinungen wie Kündigungen, positiven und langerwarteten Trennungen, gleichzeitige Wiedersehen, neue Lebensabschnitte, persönliche , charakterliche und körperliche Veränderungen, Erlebnisse und Erkenntnisse, die sich sehr eindrucksvoll im Alltag abbilden! Überall sehe und höre ich es, bekomme es mitgeteilt oder erlebe es selber!

Das beeindruckt mich gerade und lässt mich immerzu “It’s time to try – defying gravity” singen! Den ganzen Tag!

Das wiederum lässt mich alles um mich herum nochmal genauer fühlen: 

Mein Zuhause in Köln und auf Mallorca, das Wetter, die Liebe in all ihren Formen, Musik, Beruf und Berufung, Essen, Sport, Chancen und Möglichkeiten!

In der deutschen Übersetzung des Songs heißt es “Leben heißt, zu lernen, wie man fliegt” (“everyone deserves the chance to fly”) und ich finde, dass da die deutsche Übersetzung ganz weit vorne ist, oder?!

Was für ein Satz! Und ich finde, es stimmt!

Ich erinnere mich gern daran, wie ich als Kind wirklich und tatsächlich daran geglaubt habe, ich sei durch den Kindergarten geflogen. In meinem Traum fühlte es sich soooo wahnsinnig echt an, dass ich viele Jahre daran geglaubt habe, es sei wahr gewesen. Eigentlich fühlt es sich immer noch echt an, denn mein Bauch gibt mir eindeutige Signale, wenn ich daran denke.

Ich beteuerte es damals meiner Mutter gegenüber. Sie sagte (Gott sei Dank!) nicht viel dazu und ließ mich in dem Glauben und ich denke, das ist der Grund, weshalb ich dieses Gefühl so positiv abgespeichert habe. 

Unwahrscheinlich ist wohl, dass ich wirklich geflogen bin (Wer weiß?!), aber anscheinend war ich unterbewusst dazu in der Lage, weil mein Leben es offensichtlich zuließ. Und nur um diesen übertragenen Sinn geht es natürlich.

Hattet ihr so einen Traum auch schon mal?

Im Laufe des Lebens lehrt uns so manche Lektion, dass das Leben alles andere als “fliegen” ist. Wir lassen eher Federn und müssen gucken, die uns noch Verbleibenden dafür zu nutzen, um durch das “Flattern” wenigstens unterstützend ein wenig schneller weiterzukommen als normal. Bei vielen bleibt ja auch kaum eine Feder übrig…

Denke dabei gerade an Hühner, die ja auch nicht fliegen können, aber den Flügelschlag nutzen, um höher zu springen oder schneller zu sein.

Fangen wir dann zu Hause oder in der Schule mit Tagträumen an, gibt’s meistens schnell den Deckel oben drauf. “Pass’ auf!” “Was redest du da?!” “Alles Quatsch!” “Nimm den Kopf aus den Wolken!”

Natürlich ist das auch eine durchaus wichtige Lektion und wir alle müssen, glaube ich, durch diese “Entromantisierung” durch, um erfolgreich und realistisch unser späteres Leben meistern zu können, denn Steuererklärung und das Leben auf dem Ponyhof sind so gar nicht artverwandt… ABER ich glaube, dass es wichtig ist, den Funken davon nicht ganz ausgehen zu lassen.

Der Kern muss uns erhalten bleiben.

Wir müssen uns nämlich ab einem gewissen Punkt wieder in Erinnerung rufen, wie sich das “Oben” anfühlt. 

Wie sich FLIEGEN anfühlt.

Quasi: “Leben heißt, “wieder”-zuerlernen, wie man fliegt!”

Ich glaube, dass es darum später geht und dass das gerade überall passiert!

Man holt sich im übertragenen Sinne zurück, so zu sein, wie man ist – die Uhr läuft – egal, in welchem Alter man ist – rückwärts! Man braucht den “Klickmoment” und der sorgt dafür, dass man dann merkt, wer man sein will, wer man ist, wer man war!

Dann geht alles wie von alleine!

Man holt sich das Leben, das man sich für sich wünscht, man erfüllt sich Träume und Wünsche. Man lebt in der Realität und schafft sich seine Inseln, um abzutauchen.

Man kauft sich quasi das Ticket in der Realität und fliegt dann damit, wohin man will!

Genau dafür sollten wir jeden Tag nutzen…

Also, AUGEN AUF BEIM TICKETKAUF uuuund RAUF in die Wolken!

Bis bald, Euer Gerrit

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